Audioinhalte werden immer wichtiger. Menschen haben weniger Zeit und möchten trotzdem Informationen sammeln. Während sie sich mit alltäglichen Arbeiten beschäftigen, die nicht ihre komplette Aufmerksamkeit brauchen, konsumieren immer mehr Menschen Audioinhalte.

Klang und Musik schaffen eine wesentlich kraftvollere und emotionalere Bindung zu den Konsumenten als Bilder. Sie haben eine besondere Wirkung, wecken Erinnerungen, lösen Assoziationen aus und lenken unsere Emotionen. Da Unternehmen immer mehr personalisierte Erlebnisse für ihre Kunden und Interessenten schaffen wollen, ist es kein Wunder, dass Audio zu einer zentralen Komponente der Content Marketing Strategie wird. Hochwertiger Audio-Content fördert die Aufmerksamkeit und das Verständnis der Zielgruppe.

Strategien für Audioinhalte sind nichts Neues

Im Gegenteil: Nachdem der erste kommerzielle Radiosender 1919 mit dem Rundfunk begonnen hatte, wetteifern Firmen um die Aufmerksamkeit der Hörer. Doch als der Fernsehapparat den Platz vom Radio eingenommen hat verloren die Audio-Inhalte nach und nach an Bedeutung. Und sobald das Internet zum Mainstream wurde, entwickelte sich diese Tendenz noch weiter.

Gegenwärtig jedoch erleben Audio-Inhalte offensichtlich ihren zweiten Frühling: die jährlich weltweiten Ausgaben für Audio-Anzeigen im Jahr 2020 werden voraussichtlich 31,7 Milliarden betragen. Marken wie Uber, LEGO, GE, Shopify, Slack und die BBC nutzen diesen Trend und investieren vermehrt stark in Audio-Inhalte von Alexa Skills bis hin zu Podcasts. Es hängt einerseits mit unserem Lebensstill, anderseits mit der zunehmenden Digitalisierung des Alltags zusammen. Audioinhalte beanspruchen nicht, anders wie Videos oder Bücher, unsere ganze Aufmerksamkeit und können auch neben anderen Tätigkeiten genutzt werden. Und das vor allem bei solchen, die uns sinnlos und/oder monoton erscheinen, wie lange Autofahrten, Putzen, Kochen, etc.

Vorteile von Audio-Marketing

  • Mit intelligenten Lautsprechern, tragbarer Technologie und vernetzten Fahrzeugen können Konsumenten die Audioerlebnisse dort genießen, wo immer sie es wollen.
  • Audiodateien sind leicht mit schon vorhandenem Content in Form von Text oder Video herzustellen. Sie können leicht aus Webinaren, Videos etc. extrahiert werden und an anderer Stelle wiederverwendet werden. Aus einem YouTube-Video, beispielsweise, lässt sich eine Audiodatei extrahieren, um eine Podcast-Episode oder eine Folge von Audiogrammen zu erstellen.
  • Der größte Vorteil, den Audio gegenüber schriftlichen und visuellen Inhalten hat, ist die Tatsache, dass Audioinhalte angehört werden können, während wir andere Aufgaben erledigen. Das macht sie so einzigartig. Mit schriftlichen- oder Videoinhalten geht es nicht, weil man sich darauf konzentrieren muss.
  • Hörer sind oft während des Hörens mit anderen Aufgaben beschäftigt, daher ist es unwahrscheinlich, dass sie das Audio vorzeitig beenden.

Nachteile im Audio-Marketing

  • Keine visuellen Hinweise: Die Hörer können die Körpersprache, den Gesichtsausdruck und andere nonverbale Gesten nicht wahrnehmen.
  • Keine Möglichkeit „Call to Action“ einzusetzen: Die Hörer sind während der Audioerfahrung normalerweise physisch von ihren Geräten getrennt. Daher gibt es keine Schaltflächen zum Anklicken oder Ausfüllen von Formularen.

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Wie werden Audio-Inhalte für Content-Marketing genutzt?

1. Heimgeräte

Durch Heimgeräte, wie Amazon Echo und Google Home, steht uns ein neues Medium für den Gebrauch von Audio-Inhalten zur Verfügung. Die Verbraucher nutzen diese intelligenten Geräte nicht nur zum Abhören des Wetters, Hören von Musik oder Steuerung des Thermostates, sondern auch für verschiedene Zwecke, wie Einkaufen oder Recherchieren. Drittanbietern haben bereits über 30.000 Alexa Skills entwickelt. Ein Alexa Skill ist eine sprachgestützte App, mit der bestimmte Funktionen ausgeführt werden können, z. B. Einkaufen, eine Zusammenfassung der Nachrichten von heute zu hören oder nach neuesten Trends zu fragen. Auch längere Storytelling-Audio-Inhalte funktionieren effektiv mit Alexa. Hier liegt die Chance, um die Audio-Werbung zu verbreiten. 

Man muss auch erwähnen, dass Alexa Skills zwar die beliebtesten Apps für Smart-Home-Assistenten sind, Google Home und Apple werden jedoch sehr schnell aufholen.

2. Sprachanzeigen

Neben der derzeitig einzigen Option für Sprachanzeigen „Google Express“ wird auch eine Audioversion von Google Adwords geplant. Man muss bald mit weiteren Anbietern für diesen Service rechnen.

3. Podcasts

Podcasting, ursprünglich als „Audioblogging“ bekannt, bezeichnet das Produzieren und Anbieten von Mediendateien (Audio oder als Video-Podcast) über das Internet. Ein einzelner Podcast ist somit eine Serie von Audio- oder Videobeiträgen, die abonniert und automatisch heruntergeladen werden können. Technisch gesehen steht hinter dem Podcasting die sogenannte RSS Technologie (Abkürzung für Really Simple Syndication, zu deutsch etwa „wirklich einfache Verbreitung“), die es ermöglicht, Inhalte oder Teile der Inhalte einer Webseite (meist die News) zu abonnieren und automatisch herunterzuladen, sobald neue Beiträge erscheinen. Podcasts können entweder mit einer eigenen Podcast-Software (z.B. iTunes oder Juice) oder mit einem RSS fähigen Browser abonniert und heruntergeladen werden.

Laut Activate Tech & Media Outlook 2018 wird das Podcasting bis 2021 über 15 Milliarden Stunden Inhalte produzieren. Darüber hinaus zeigten die Studien (IAB und Edison Research), dass fast zwei Drittel der Podcast-Hörer eher dazu neigen, ein Produkt oder eine Dienstleistung zu kaufen, die über dieses Format beworben wurde. Podcasts sind von Natur aus gut für sprachgesteuerte Geräte konzipiert.

Es ist daher sinnvoll parallel zu den Text- und Video-Inhalten auch Podcasts und Audio-Inhalte zu erstellen. Studien zeigen, dass das Podcast-Publikum in den USA explodiert. Außerdem sind diese Zielgruppen wohlhabend, gebildet und dem Inhalt verpflichtet. Sie haben auch häufiger Assistenten wie Alexa und Google Home, sodass sie auf Inhalte zugreifen können, die sie mögen, während sie sich anderen Aufgaben widmen.

4. Radio

Auch Audiomarketing erlebt ein Comeback. Audio-Inhalte werden immer mehr auf neue und innovative Weise konsumiert. Statista prognostiziert, dass die Ausgaben für Audio-Anzeigen zwischen 2010 und 2020 von 28,4 Milliarden US-Dollar auf 31,7 Milliarden US-Dollar steigen könnten.

5. Audiogramme

Ein Audiogramm ist ein Audioinhalt, der ein Standbild überlagert oder ein vereinfachter audiovisueller Inhalt. Dieses Standbild kann zusammen mit der dazugehörigen Audiobotschaft auf Facebook, Twitter und Instagram veröffentlicht werden. Ein Audiogramm kann auch sinnvoll sein, wenn das Bild eine Infografik ist, die einer Erklärung bedarf. Audiogramme verleihen deinen Inhalten etwas Lebendigkeit.

WNYC, der Radio- und Podcast-Sender, verwendet gern Audiogramme und gibt seinen eigenen Audiogrammgenerator frei, der über Github frei zugänglich ist. In einem seiner Beiträge weißt er darauf hin, dass der durchschnittliche Eingriffsgrad eines Audiogramms „8x höher ist als der eines Nicht-Audiogramm-Tweets“.

6. Anchor App

Anchor ist eine wachsende iOS- und Android-App, mit der du einen eigenen Radiosender von deinem Smartphone aus starten kannst. Dafür nimmst du kurze Audiosegmente auf und stellst sie 24 Stunden auf deiner Station zu Verfügung. Du kannst sogar Audios von Apple Music oder Spotify einbinden, integrierte Soundeffekte und Zwischenspiele verwenden und Anrufe der Hörer entgegennehmen. Du kannst deine Inhalte vor dem Verfallsdatum archivieren und so deinen Radio-Kanal als einen Podcast mit Episoden nutzen, der deinem Publikum immer zur Verfügung steht. Anchor bietet auch einen Dienst, mit dem du einen Podcast auf gängigen Podcasting-Plattformen wie iTunes und Google Play einrichten kannst.

7. Sprachsuche

Laut Comscore werden 50 Prozent aller Websuchen bis 2020 Sprachsuchen sein. Dies ist zum Teil den intelligenten Heimassistenten sowie intelligenten virtuellen Assistenten wie Siri und Cortana zu verdanken. Die Sprachsuche-Optimierung hat sich daher als eine Notwendigkeit für Unternehmer herausgestellt, um sicherzustellen, dass bei den Anfragen der Nutzer die eigene Webseite vorgeschlagen wird.

Das renommierte SEO-Unternehmen Yoast hat einige Grundlagen für die Optimierung der Sprachsuche dargelegt. Es wird erläutert, dass Autoren von Inhalten die „Six Ws“ berücksichtigen sollten, wenn sie Inhalte für die Sprachsuche schreiben: Die fünf Ws umfassen die fünf primären Arten, wie Menschen Fragen stellen, wenn sie mit ihrer Stimme suchen: wer, was, wann, wo, warum und wie.

Fazit zu Audio-Content

Die Menschen sind vom Konzept der Dehnung und Optimierung ihrer Zeit fasziniert. Der Marketing-Guru Gary Vaynerchuk sagte einmal über Uber: „Ich habe erkannt, dass Uber erfolgreich sein würde, als ich begriff, dass Uber kein Transportmittel verkauft, Uber verkauft Zeit.“
Audioerlebnisse ermöglichen es uns, unsere Zeit auf ähnliche Weise zurückzukaufen. Dank der sprachgesteuerten Suchfunktion auf Google-, Amazon- und Apple-Geräten muss man die Tätigkeit, die man gerade ausübt nicht unterbrechen, um nach Inhalten zu suchen, man kann heutzutage einfach Alexa fragen. Das ist einfach bequem.

Audio-Content ist außerdem vielseitig verwendbar, es kann einfach in deine Website integriert oder als Download für den mp3-Player bereitgestellt werden. Du kannst deine Audio-Inhalte lizenzfrei mit Sounds und Geräuschen aufpäppeln oder GEMA-freie Musik nutzen. Im Rahmen von Podcasts, als Teil von Blogs oder als Content für das Internet-Radio ist das Audio-Format ein wirksames Marketinginstrument.

Nach dem Kauf von Text-Content bietet Audio-Content eine attraktive Möglichkeit, etwa als Podcast oder als Audio-News zur Kundengewinnung und Kundenbindung beizutragen.

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