Mehr als 90 Prozent der Informationen im Web sind reiner Text. Trotz der Veränderungen in der letzten Jahren, was die Erscheinung der Webseite betrifft, wo viel mehr in Bild und Audio vermittelt wird, spielt das Geschriebene noch immer eine wichtige Rolle. Und Text bedeutet Lesen. Schreckt eine schlecht lesbare Schrift deine Besucher ab, verlierst du potenzielle Kunden.

2 Faktoren, die bei der Lesbarkeit von Texten eine große Rolle spielen sind Schriftgröße und der Schriftart.

Vielleicht denkst du, wie die meisten, dass 12 Pixel für eine Webseite die optimale Schriftgröße darstellt? Weit verbreitete, aber leider falsch. Für unser Gehirn wären mindestens 16 Pixel richtig. Auch wenn es dir zu groß vorkommt, die Studien, Befragungen und Untersuchungen zum Thema bestätigen genau das.

Was glaubst du, warum alle Browser-Hersteller die Standardgröße auf 16 Pixel stellen? Zufällig? Eher nicht. Sie wissen, dass so eine Schriftgröße optimal für die menschliche Physiologie ist.

Da die Webseiten meistens einen finanziellen Zweck haben – sie sollen Produkte und Dienstleistungen verkaufen, oder Leads generieren – kostet es den Betreibern bares Geld, wenn sie die Schriftgröße einer Webseite auf unter 16 Pixel festlegen.

Und warum ist das so?

Es gibt einige besondere Studien, die sich mit Fragen zu Lesbarkeit von Texten (und deren Verständnis) beschäftigt haben. Wie beeinflussen Faktoren, wie Größe, Schriftart oder Farbe des Textes seine Lesbarkeit und sein Verständnis? Was bewegt Menschen dazu einen Text zu lesen, und was schreckt sie davon ab?

Hier ein paar Fakten:

  • Ab dem 40. Lebensjahr verliert die Linse im Auge ihre Biegsamkeit. Wir sehen zunehmend unscharf. Dazu kommt, dass die Pupille enger wird und immer weniger Licht ins Auge lässt. Für 60-Jährige sind es nur mehr 20%.
  • Je größer der Abstand zwischen den Buchstaben, desto höher die Lesbarkeit und Verständlichkeit des Textes. Der größte Faktor, um diese Distanz zu erhöhen ist die Schriftgröße.
  • Die meisten Menschen, sitzen 50-60 cm vor dem Bildschirm, empfohlen sind 70 cm, um die Belastung der Augen zu minimieren. Das ist viel weiter als der Abstand, in dem wir gedruckten Text lesen – die meisten Leute halten ja keine Zeitschriften auf Armlänge!
  • 16-Pixel Text auf einem Bildschirm hat in etwa die gleiche Schriftgröße wie in einem Buch oder einem Magazin, wenn man den Abstand zum Medium berücksichtigt. Wir lesen die Bücher ziemlich nah. Wenn wir sie auf eine Armlänge lesen würden, müssten wir mindestens 12 pt haben, was den 16 Pixel auf den meisten Bildschirmen entspricht.
  • 2005 hat der bekannte Usability-Forscher Nielsen seine Newsletter-Abonnenten darum gebeten die nervigsten Dinge bei der Benutzbarkeit von Websites zu benennen. Platz 1: Zwei Drittel der Befragten fanden eine zu kleine und damit schlecht lesbare Schrift auf Webseiten nervenaufreibend.

Laut Statistik müssen sich also die über 40-jährige beim Lesen doppelt so viel anstrengen, wie 20-Jährige. Und die 60-jährigen vier Mal so viel. Einer von 10 Webseiten-Besuchern hat Probleme mit seinen Augen. Die Übrigen müssen sich auch anstrengen, um einen Text, der kleiner als 16 Pixel ist, zu lesen, auch wenn sie es nicht merken. Wie oft sitzt man selbst über dem Bildschirm gebeugt, obwohl man ca. eine Armlänge entfernt sitzen sollte.

Und wie alt sind die Besucher deiner Webseite?

Kurz gesagt: für den durchschnittlichen Web-Nutzer, sind die meisten Webseiten zu lesen, ähnlich einer Sehprüfung. Je härter es ist den Text zu lesen, desto weniger wird davon verstanden. Aus diesem Blickwinkel sind 10 Pixel sinnlos und 12 Pixel noch viel zu klein für die meisten Leser. Auch 15 Pixel können noch für manche zu klein erscheinen, um sich die Mühe zu machen, den Text zu lesen. So können wir feststellen: wenn man die maximale Anzahl von Menschen dazu bewegen will einen Text zu lesen, den zu verstehen und auf die Anforderung des Textes einzugehen, muss der Text eine Mindestgröße von 16 Pixeln haben.

Für viele Web-Designer ist Web-Design das, was sie selbst mögen und nicht das, was dem Nutzer gefällt und was er braucht.

Was für uns als Designer gut aussieht ist oft das Resultat dessen, was wir bei anderen beobachten und als „normal“ betrachten. Ästhetik und Benutzerfreundlichkeit gehen leider nicht immer Hand in Hand. Wir müssen uns bewusst machen, dass es in der Vergangenheit viel kleinere Bildschirme gab und deswegen wurden auch die Texte kleiner geschrieben. Jetzt sind die Bildschirme größer, aber niemand stieg aus der Gewohnheit, die Texte so klein wie vorher zu halten.

Weitere Faktoren für eine bessere Lesbarkeit

Nur die Schriftgröße zu verändern und eine gut lesbare Schriftart zu verwenden, reicht jedoch auch nicht aus! Folgende Punkte erhöhen ebenfalls die Lesbarkeit deiner Texte:

  • Gliedere deinen Text in Paragraphen! In der heutigen Zeit überfliegen viele Nutzer Texte auf Webseiten. Ich lese beispielsweise oft nur die Einleitung und die Überschriften. Spricht mich eine Überschrift an, lese ich erst den dazugehörigen Absatz! Niemand liest gern Texte, die nicht gegliedert sind!
  • Wie oben schon angeschnitten: Verwende aussagekräftige Überschriften, die den Nutzer dazu bringen den dazugehörigen Paragraphen zu lesen!
  • Nutze Bilder, Videos, usw... um den Text aufzulockern! Zusätzlich dazu kann man mit Illustrationen das Gelesene festigen.
  • Nutze Aufzählungszeichen und Listen. Leser lieben Listen. Ich liebe Listen. Der Nutzer bleibt automatisch bei Listen stehen, um zu sehen, worum es sich handelt. Und sind wir uns ehrlich: Wir lesen viel lieber Listen mit kurzen Punkten, als ewig lange Texte...

Mein Fazit zu Lesbarkeit von Texten

Möchtest du das Maximum an potenziellen Kunden erreichen, musst du die Texte ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten anpassen. Das Ziel deiner Webseite ist wahrscheinlich ein Umsatzziel. Die Webseite muss also in ihrer Struktur, Design und Funktionalität so gestaltet werden, dass dieses Ziel so effektiv wie möglich erreicht wird. Eine Schriftgröße, die die Kunden abschreckt, die letztlich nur Abschlüsse kostet, ist keine gute Wahl – auch wenn sie auf den meisten Webseiten noch immer gang und gäbe ist. Im Druck sucht man einen Kompromiss zwischen der Größe und Lesbarkeit, weil sich die Kosten so verringern lassen. Im Web gibt es dieses Problem nicht, hier kann die Schriftgröße an den Leser perfekt angepasst werden.

Lockere außerdem deinen Text ein wenig auf mit den oben genannten Punkten. Deine Leser werden dir dankbar sein und das wird sich in den analytischen Webseiten-Daten widerspiegeln.

Es macht übrigens auch Sinn alte Beiträge zu überarbeiten und die Texte aufzulockern, bzw. zu optimieren. Meistens sind es alte Beiträge, die bei Suchmaschinen schon einen „Namen“ haben und gute Platzierungen in den Suchergebnissen erzielen. Zusätzlich dazu sind sie meistens schon besser im Internet verlinkt und dadurch erreichen sie auch mehr Leser – dein Ziel ist es nur, die Leser auf deiner Webseite zu halten!

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