„State of the Word“ ist die jährliche Keynote von Matt Mullenweg, dem WordPress-Mitgründer. Seit elf Jahren berichtet er über die Fortschritte des Open-Source-Projekts, teilt Erfolge und verkündet Zukunftsvisionen. Auch 2018 hat Matt Mullenweg in Nashville seine Rede über die Zukunft von WordPress gehalten.

Er betonte, dass „WordPress keine physische Sache oder Code, sondern eine Idee“ sei. Laut Schätzungen generiert WordPress jährlich etwa zehn Milliarden US-Dollar.

Schon letztes Jahr hatte Matt bereits angekündigt, dass der neue Editor mit dem Code-Namen ”Gutenberg“ in die WordPress Version 5.0 integriert werden sollte. Und tatsächlich, am 6. Dezember ist die in der WordPress-Community umstrittene WordPress-Version 5.0 veröffentlicht worden. Es gab unzählige Diskussionen darüber, viele Befürworter und noch mehr Gegner. Umso ungeduldiger wurde die Keynote 2018 erwartet.

Zu Beginn seiner Rede ist Matt Mullenweg auf die vier Freiheiten des WordPress Projekts eingegangen:

  • 1. Du kannst das Programm für jeden Zweck ausführen.
  • 2. Du kannst lernen, wie das Programm arbeitet und es so verändern wie du magst.
  • 3. Du kannst es weiter verteilen.
  • 4. Du kannst Kopien deiner modifizierten Version frei verteilen.

Gefolgt von der gemeinsamen Mission – der Demokratisierung des Publizierens und seiner Bedeutung. Im weiteren Verlauf der Keynote zeigte Mullenweg einige Video-Aufnahmen, die den Unterschied zwischen dem bisherigen visuellen Editor und dem neuen Block-Editor aufzeigen sollten. Mehr als zehn Jahre galt der Editor Tiny-MCE in WordPress als Standard. Mullenweg hat jedoch die Notwendigkeit erkannt, das Erfassen von Inhalten in WordPress einer Modernisierung zu unterziehen. Seine langjährige Vision eines blockbasierten Editors war die Antwort darauf. Die Grundkonfiguration des neuen Block-Editors bringt 70 native Blöcke mit sich, ergänzt durch derzeit rund 100 Drittanbieter-Blöcke mit über 1.000 Konfigurationsmöglichkeiten.

Weiters gab Mullenweg einen Ausblick auf die Weiterentwicklung des neuen Editors und darauf, was in den Phasen 2, 3 und 4 passieren sollte.

Phase 1: Mehr Möglichkeiten für die Content-Bearbeitung

Hier sollten die grundlegende Blöcke zum Schreiben und Bearbeiten im Backend-Editor geschaffen worden sein. Diese Phase sollte mit der Veröffentlichung von WordPress 5.0 abgeschlossen sein, Mullenweg sagte aber, dass die Arbeit am Editor fortgesetzt wird.

Phase 2: Anpassungen außerhalb des Seiten-/Postinhalts

Die für 2019 geplante Phase 2 wird Änderungen außerhalb von Post-Inhalten, wie Widgets, Menüs und verschiedenen Inhalten umfassen.

Phase 3: Zusammenarbeit und Workflows

Phase 3 soll Verbesserungen in der Zusammenarbeit, Mehrbenutzerbearbeitung und Workflows in Gutenberg bringen. Diese Phase soll 2020 oder später abgeschlossen werden.

Phase 4: Unterstützung mehrsprachiger Webseiten

„Einen offiziellen Weg“ für WordPress zur Unterstützung mehrsprachiger Webseites soll Phase 4 bringen. Die Umsetzung soll ebenfalls 2020 oder später erfolgen.

Einige Ausblicke in die Zukunft von WordPress

  • Der Content-Bereich der Seitenleiste soll mit Gutenberg verwaltet werden.
  • Das neue Inline-Editing-Erlebnis soll auf die Anpassung der gesamten Webseite übertragen werden.
  • Widgets und andere Elemente sollen an die Blöcke angepasst werden oder in Blöcke umgewandelt werden.
  • In Phase 3 und 4 wird die Betonung auf Multi-User-Bearbeitung und Workflows liegen, außerdem sollen Funktionen wie Google Docs in WordPress integriert werden.
  • Zum Schluss beschreibt Matt Mullenweg seine Erfahrungen der letzten zwei Jahre. Zum Beispiel, dass die Entwicklung des neuen Block-Editors (der Gutenberg-Editor) zwar überwiegend öffentlich stattgefunden hat, aber zu viele Entscheidungen nicht klar kommuniziert wurden. Es soll bei zukünftigen Entwicklungen wie WordPress 5.1 verbessert werden.
  • Dank Letsencrypt, sind über 57% der WordPress-Webseiten verschlüsselt unter HTTPS zugänglich. Und es geht voran.
  • WordPress wird spätestens im Dezember 2019 eine PHP-Version 7.0 und höher voraussetzen. Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt geplant, veraltete Code-Elemente auf den neusten Stand zu bringen und gleichzeitig eine zuverlässige Rückwärtskompatibilität zu gewährleisten.
  • Es wird darüber nachgedacht in Zukunft auch automatische Updates für Major-Updates anzubieten. Bislang konnten nur Minor-Updates des Cores automatisch ausgeführt werden.
  • 2018 sind 145 WordCamps in 48 Ländern organisiert worden. In Summe sind dabei über 45.000 Tickets verkauft worden. Das Engagement von über 1.300 Organisatoren (33% Wachstum!), 2.651 Speakers, und 1.175 Sponsoren haben diese WordCamps überhaupt erst möglich gemacht.
  • Auch bei den Meetups wurde 2018 ein Wachstum von ca. 50% in der Anzahl der Teilnehmer registriert. Über 687 Meetup-Gruppen organisierten 5.400 Meetup-Termine.

Traditionell endete Mullenwegs Vortrag mit einer Q&A-Sitzung.

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